Das Thema Investmentfonds Zypern gewinnt für Investoren und Auswanderer zunehmend an Bedeutung. Zypern bietet in diesem Bereich attraktive Rahmenbedingungen, die wir in diesem umfassenden Ratgeber detailliert beleuchten. Ob Sie planen, auf Zypern zu investieren, eine Firma zu gründen oder sich auf der Insel niederzulassen – ein fundiertes Verständnis dieses Themas ist unerlässlich für informierte Entscheidungen.
Grundlagen und Hintergrund
Das Verständnis der Grundlagen zum Thema Investmentfonds Zypern ist essenziell für jeden, der auf Zypern investieren oder sich dort niederlassen möchte. Zypern als EU-Mitglied bietet einen regulatorischen Rahmen, der internationale Standards erfüllt und gleichzeitig wettbewerbsfähige Konditionen bietet. Die Kombination aus dem britisch geprägten Rechtssystem, der EU-Mitgliedschaft und dem attraktiven Steuersystem schafft ein Umfeld, das zahlreiche Möglichkeiten eröffnet.
Für Family Offices bietet Zypern eine zunehmend attraktive Plattform für die Vermögensverwaltung. Ein zyprischer AIF kann als dediziertes Investmentvehikel für eine einzelne Familie strukturiert werden, das professionell verwaltet wird und von der EU-Regulierung profitiert. Die Kombination aus niedrigen Betriebskosten, Steuerfreiheit auf Wertpapiergewinne und dem Non-Dom-Status des Familienmitglieds schafft eine effiziente Gesamtstruktur.
Die Mini-Manager-Regelung auf Zypern erlaubt es Fondsmanagern mit einem verwalteten Vermögen unter 100 Millionen Euro, unter vereinfachten regulatorischen Anforderungen zu operieren. Diese Regelung senkt die Eintrittsbarriere für Emerging Manager erheblich und ermöglicht es, einen Track Record aufzubauen, bevor die volle AIFMD-Regulierung greift.
Details und aktuelle Entwicklungen
Im Detail zeigen sich beim Thema Investmentfonds Zypern verschiedene Facetten, die eine differenzierte Betrachtung erfordern. Die zyprische Regierung hat in den letzten Jahren zahlreiche Reformen durchgeführt, um den Standort attraktiver zu gestalten und internationale Standards zu erfüllen. Gleichzeitig haben verschärfte EU-Regelungen in bestimmten Bereichen zu Anpassungen geführt, die Investoren kennen sollten.
Praktische Umsetzung
Die praktische Umsetzung beim Thema Investmentfonds Zypern erfordert sorgfältige Planung und idealerweise professionelle Begleitung. Aus unserer Erfahrung mit über 800 Mandanten wissen wir, dass die häufigsten Fehler aus mangelnder Vorbereitung und fehlender lokaler Expertise resultieren. Nehmen Sie sich die Zeit, die Rahmenbedingungen gründlich zu verstehen, und investieren Sie in qualifizierte Beratung.
| Aspekt | Zypern | EU-Durchschnitt |
|---|---|---|
| Steuerbelastung | Niedrig | Mittel-Hoch |
| Regulierung | EU-konform, pragmatisch | Variiert |
| Bürokratie | Moderat | Variiert |
| Sprache | Griechisch/Englisch | – |
Der RAIF (Registered Alternative Investment Fund) ist die jüngste und flexibelste Fondsstruktur auf Zypern. Im Gegensatz zu regulären AIFs erfordert der RAIF keine vorherige CySEC-Genehmigung – er wird lediglich registriert und unterliegt der Aufsicht über den bestellten AIFM. Dies beschleunigt den Auflageprozess erheblich: Von der Konzeption bis zum ersten Closing vergehen oft nur sechs bis acht Wochen.
Die Kostenvorteile einer Fondsauflage auf Zypern gegenüber Luxemburg sind erheblich. Während in Luxemburg die Aufsichtsgebühren, Verwaltungsratskosten und Dienstleistergebühren schnell 200.000–400.000 € jährlich erreichen, liegen vergleichbare Kosten auf Zypern bei 80.000–180.000 €. Für Emerging Manager mit einem Fondsvolumen unter 100 Millionen Euro kann dieser Unterschied über die wirtschaftliche Tragfähigkeit entscheiden.
Die CySEC hat sich als pragmatische, aber strenge Regulierungsbehörde positioniert. Anträge werden in der Regel innerhalb von drei bis sechs Monaten bearbeitet, und die Aufsicht ist anspruchsvoll, aber konstruktiv. Für Fondsmanager, die eine EU-regulierte Struktur suchen, ohne die Bürokratie und Kosten Luxemburgs in Kauf zu nehmen, ist Zypern eine zunehmend attraktive Alternative.
Die Kostenvorteile einer Fondsauflage auf Zypern gegenüber Luxemburg sind erheblich. Während dort Aufsichtsgebühren, Verwaltungsratskosten und Dienstleistergebühren schnell 200.000–400.000 € jährlich erreichen, liegen vergleichbare Kosten auf Zypern bei 80.000–180.000 €. Für Emerging Manager mit unter 100 Millionen Euro kann dieser Unterschied über die wirtschaftliche Tragfähigkeit entscheiden.
Die CySEC hat sich als pragmatische, aber strenge Regulierungsbehörde positioniert. Anträge werden in drei bis sechs Monaten bearbeitet, und die Aufsicht ist anspruchsvoll, aber konstruktiv. Für Fondsmanager, die eine EU-regulierte Struktur suchen, ist Zypern eine zunehmend attraktive Alternative zu den etablierten Standorten.
Für Real-Estate-Fonds bietet Zypern besondere Vorteile. Die Kombination aus niedrigen Fondskosten, der Steuerfreiheit auf Immobiliengewinne aus ausländischen Beteiligungen und dem wachsenden lokalen Immobilienmarkt macht die Insel zu einem idealen Standort für immobilienbasierte Investmentvehikel. Mehrere internationale Immobilienfonds haben bereits zyprische Strukturen implementiert.
Die Service-Provider-Landschaft für Fondsadministration auf Zypern hat sich in den letzten Jahren deutlich professionalisiert. Es gibt mittlerweile mehrere erfahrene Fund Administrators, Depositäre und Wirtschaftsprüfer, die internationale Standards erfüllen und den Anforderungen institutioneller Investoren gerecht werden. Die Big-Four-Wirtschaftsprüfungsgesellschaften sind alle auf Zypern vertreten.
Für Family Offices bietet Zypern eine zunehmend attraktive Plattform. Ein zyprischer AIF als dediziertes Familien-Investmentvehikel profitiert von niedrigen Kosten, Steuerfreiheit auf Wertpapiergewinne und dem Non-Dom-Status. Die Mini-Manager-Regelung ermöglicht es Emerging Managers mit unter 100 Mio. € AUM, unter vereinfachten regulatorischen Anforderungen zu operieren und einen Track Record aufzubauen, bevor die volle AIFMD-Regulierung greift.
Die Service-Provider-Landschaft hat sich deutlich professionalisiert. Fund Administrators, Depositäre und Wirtschaftsprüfer erfüllen internationale Standards. Alle Big-Four-Gesellschaften sind vertreten, was institutionellen Investoren die nötige Vertrauensbasis für Investments in zyprisch-basierte Fondsstrukturen bietet.
Für Venture-Capital-Fonds bietet Zypern den zusätzlichen Vorteil der Steuerfreiheit auf Veräußerungsgewinne. Exits durch Verkauf von Portfoliounternehmen an strategische Käufer oder im Rahmen von IPOs sind über eine zyprische Fondsstruktur steuerfrei – ein erheblicher Vorteil gegenüber vielen anderen EU-Standorten, wo auf solche Gewinne Körperschaftsteuer anfällt. Die zyprische VC-Szene wächst, und mehrere internationale Fonds haben bereits lokale Strukturen implementiert.
Zypern hat sich als ernstzunehmende Alternative zu den klassischen Fondsstandorten Luxemburg und Irland etabliert. Die Kostenvorteile, die pragmatische Regulierung und die attraktive Steuerstruktur machen die Insel besonders interessant für Emerging Manager, Family Offices und spezialisierte Fondskonstruktionen, die eine EU-konforme Struktur zu wettbewerbsfähigen Kosten suchen.
Für Venture-Capital-Fonds bietet Zypern den Vorteil der Steuerfreiheit auf Veräußerungsgewinne – Exits sind über eine zyprische Fondsstruktur steuerfrei. Die zyprische VC-Szene wächst, und mehrere internationale Fonds haben lokale Strukturen implementiert. Für Family Offices bietet ein zyprischer AIF als dediziertes Familien-Investmentvehikel niedrige Kosten, Steuerfreiheit auf Wertpapiergewinne und die Möglichkeit, den Non-Dom-Status des Familienmitglieds zu nutzen. Die Mini-Manager-Regelung (unter 100 Mio. € AUM) ermöglicht vereinfachte regulatorische Anforderungen, die den Einstieg erleichtern und einen Track Record ermöglichen, bevor die volle AIFMD-Regulierung greift.
Die Service-Provider-Landschaft auf Zypern hat sich in den letzten Jahren deutlich professionalisiert. Es gibt mittlerweile mehrere erfahrene Fund Administrators, Depositäre und Wirtschaftsprüfer, die internationale Standards erfüllen. Alle Big-Four-Gesellschaften sind auf Zypern vertreten, was institutionellen Investoren die nötige Vertrauensbasis für Investments in zyprisch-basierte Fondsstrukturen bietet und die Qualität der laufenden Fondsadministration auf höchstem Niveau sicherstellt.
Fondstypen auf Zypern im Detail
UCITS-Fonds
UCITS-Fonds (Undertakings for Collective Investment in Transferable Securities) sind die EU-weit vertriebsfähige Fondskategorie. Ein in Zypern aufgelegter UCITS-Fonds kann in allen 27 EU-Staaten vertrieben werden – ohne zusätzliche Genehmigung in jedem einzelnen Land. Die CySEC erteilt die Lizenz, und der Fonds unterliegt den harmonisierten EU-Vorschriften. UCITS-Fonds eignen sich besonders für liquide Anlagestrategien (Aktien, Anleihen, Geldmarkt). Die Mindestkapitalanforderung für die Verwaltungsgesellschaft (ManCo) beträgt 125.000 €.
Alternative Investment Funds (AIFs)
AIFs decken alle Fondstypen ab, die nicht unter UCITS fallen – Private Equity, Immobilienfonds, Hedgefonds, Venture Capital. Die Regulierung erfolgt über die AIFMD (Alternative Investment Fund Managers Directive). Zyprische AIFs können als AIFLNP (Limited Number of Persons – max. 75 Anleger, min. 100.000 € Investment), AIF (unbegrenzte Anlegerzahl), oder AIFLNP (Limited – max. 50 Anleger, min. 500.000 €) strukturiert werden. Die CySEC-Genehmigung dauert 2–4 Monate.
Registered Alternative Investment Funds (RAIFs)
RAIFs sind die neueste und innovativste Fondsstruktur auf Zypern. Sie erfordern keine vorherige CySEC-Genehmigung – die Registrierung beim Registrar of Companies genügt. Allerdings muss ein RAIF von einem extern lizenzierten AIFM verwaltet werden. Die Vorteile: schnellere Auflage (Wochen statt Monate), niedrigere Anfangskosten, flexible Anlagestrategien, und die Möglichkeit, das Fondsdomizil schnell nach Zypern zu verlegen. RAIFs sind ideal für erfahrene Fondsmanager, die schnell am Markt sein wollen.
Kostenvergleich: Fonds in Zypern vs. Luxemburg
| Kostenposition | Zypern | Luxemburg |
|---|---|---|
| Aufsichtsgebühr (jährlich) | 5.000–15.000 € | 15.000–50.000 € |
| Verwahrstelle (Depositary) | 10.000–30.000 € | 25.000–80.000 € |
| Administration | 15.000–40.000 € | 40.000–120.000 € |
| Audit | 5.000–15.000 € | 15.000–40.000 € |
| Rechtsberatung | 10.000–25.000 € | 30.000–80.000 € |
| Gesamtkosten (jährlich) | 45.000–125.000 € | 125.000–370.000 € |
Der Kostenvorteil Zyperns beträgt 50–70 % gegenüber Luxemburg. Für kleinere und mittelgroße Fonds (AUM bis 100 Mio. €) kann dieser Unterschied über Wirtschaftlichkeit oder Verlust entscheiden. Gleichzeitig bietet Zypern als EU-Mitglied die gleiche regulatorische Anerkennung und das gleiche Passporting-Recht wie Luxemburg.
Schritt-für-Schritt: Fondsauflage auf Zypern
Die Auflage eines Investmentfonds auf Zypern folgt einem strukturierten Prozess, der je nach Fondstyp 2–6 Monate dauert. Schritt 1 – Konzeption: Definition der Anlagestrategie, Zielgruppe und Fondsstruktur (UCITS, AIF oder RAIF). Schritt 2 – Dienstleisterauswahl: Beauftragung einer Verwaltungsgesellschaft (Management Company/AIFM), einer Verwahrstelle (Depositary), eines Administrators und eines Auditors. Schritt 3 – Dokumentation: Erstellung des Prospekts/Offering Memorandums, der Satzung, des Investment Management Agreements und der Compliance-Richtlinien. Schritt 4 – CySEC-Genehmigung (bei UCITS und AIFs): Einreichung des Antrags mit allen Unterlagen. Die CySEC prüft den Antrag innerhalb von 2–4 Monaten. Bei RAIFs entfällt dieser Schritt. Schritt 5 – Registrierung und Launch: Registrierung beim Registrar of Companies, Eröffnung der Bankkonten und Start der Investorengewinnung.
Zukunft der Fondsindustrie auf Zypern
Die zyprische Fondsindustrie wächst rasant – das verwaltete Vermögen hat sich in den letzten fünf Jahren verdreifacht. Die CySEC investiert in die Modernisierung ihrer Prozesse und bietet ein zunehmend digitalisiertes Genehmigungsverfahren. Mehrere internationale Fondsmanager haben ihre Fonds von Luxemburg oder Irland nach Zypern verlegt, angezogen von den niedrigeren Kosten und der persönlichen Betreuung durch die CySEC. Zypern positioniert sich als die „Boutique-Alternative" zu Luxemburg – ideal für kleinere und mittelgroße Fonds (AUM 10–500 Mio. €), die von den Kostenvorteilen profitieren, ohne auf EU-Regulierungsqualität verzichten zu müssen. Für Investoren bieten sich Beteiligungen an der wachsenden Fondsindustrie über Serviceprovider, Verwaltungsgesellschaften oder direkte Fondsinvestments an.
Alternative Investment Funds (AIF) auf Zypern
Zypern hat sich als attraktiver Standort für Alternative Investment Funds etabliert. Die CySEC (Cyprus Securities and Exchange Commission) reguliert den Fondsbereich und bietet einen transparenten, EU-konformen Regulierungsrahmen. Es gibt drei Hauptkategorien von AIFs auf Zypern: AIF mit unbegrenzter Anlegerzahl (AIFLNP), AIF mit begrenzter Anlegerzahl (maximal 75 Anleger, AIFNP) und registrierte AIFs (RAIF), die keiner CySEC-Vorabgenehmigung bedürfen. Die Gründungskosten für einen AIF liegen bei 30.000 bis 80.000 Euro (inkl. Rechtsberatung und Registrierung), die laufenden Kosten bei 20.000 bis 50.000 Euro jährlich für Administration, Audit und Compliance.
Der große Vorteil des RAIF (Registered Alternative Investment Fund): Er benötigt keine direkte CySEC-Genehmigung und kann innerhalb von wenigen Wochen aufgelegt werden – im Vergleich zu vier bis sechs Monaten für einen regulären AIF. Der RAIF muss jedoch von einem lizenzierten AIFM (Alternative Investment Fund Manager) mit CySEC-Lizenz verwaltet werden. Diese Struktur ist besonders attraktiv für Fondsmanager, die schnell am Markt sein möchten, ohne den langwierigen Genehmigungsprozess abzuwarten.
UCITS-Fonds auf Zypern
Neben AIFs können auf Zypern auch UCITS-Fonds (Undertakings for Collective Investment in Transferable Securities) aufgelegt werden. UCITS-Fonds sind für den Massenmarkt bestimmt und unterliegen strengeren Anlagevorschriften (Diversifikation, Liquidität, Hebelungsbeschränkungen). Der UCITS-Pass ermöglicht den Vertrieb in der gesamten EU ohne separate nationale Genehmigungen. Zypern ist zwar nicht der führende UCITS-Standort (hier dominieren Luxemburg und Irland), bietet aber deutlich niedrigere Gesamtkosten und kann für kleinere bis mittlere Fondsvolumina eine wirtschaftlich sinnvollere Alternative sein.
Steuerliche Behandlung von Fonds auf Zypern
Die steuerliche Behandlung zyprischer Fonds ist äußerst vorteilhaft: Der Fonds selbst unterliegt grundsätzlich der Körperschaftsteuer von 15 %, profitiert aber von weitreichenden Befreiungen – Dividendeneinkünfte sind steuerfrei (Participation Exemption), Gewinne aus dem Verkauf von Wertpapieren sind steuerfrei, und es gibt keine Quellensteuer auf Ausschüttungen an ausländische Anleger. Die effektive Steuerbelastung eines zyprischen Fonds liegt daher bei typischen Anlagestrategien nahe null auf Fondsebene. Die Besteuerung erfolgt stattdessen auf Anlegerebene nach dem jeweiligen Heimatrecht des Anlegers.
| Fondstyp | CySEC-Genehmigung | Min. Anleger | Auflegungszeit | Kosten (Setup) |
|---|---|---|---|---|
| AIF (AIFLNP) | Ja | Unbegrenzt | 4–6 Monate | 50.000–80.000 € |
| AIF (AIFNP) | Ja | Max. 75 | 3–4 Monate | 30.000–60.000 € |
| RAIF | Nein (nur Registrierung) | Unbegrenzt | 2–4 Wochen | 20.000–40.000 € |
| UCITS | Ja | Unbegrenzt | 4–8 Monate | 60.000–120.000 € |
Service Provider und Ökosystem
Das Fondsökosystem auf Zypern umfasst alle notwendigen Dienstleister: AIFM-Lizenzinhaber (die den Fonds als Manager verwalten), Fund Administrators (die NAV-Berechnung, Anlegerbetreuung und regulatorische Berichterstattung übernehmen), Custodians/Depositaries (die das Fondsvermögen verwahren – auf Zypern bieten Bank of Cyprus, Hellenic Bank und Eurobank diesen Service an), Wirtschaftsprüfer (Big Four und mittelständische Kanzleien mit Fondsspezialisierung), und Rechtsanwälte (spezialisierte Kanzleien wie Elias Neocleous & Co, Chrysses Demetriades & Co, und Tassos Papadopoulos & Associates).
Die Kosten für das Gesamtpaket (Fund Administration + Depositary + Audit + Legal) liegen für einen RAIF bei 30.000 bis 60.000 Euro jährlich, für einen regulierten AIF bei 50.000 bis 100.000 Euro. Im Vergleich zu Luxemburg (80.000 bis 200.000 Euro) oder Irland (70.000 bis 150.000 Euro) bietet Zypern einen erheblichen Kostenvorteil – besonders für kleinere Fonds mit AuM unter 100 Millionen Euro, wo die Fixkosten einen größeren Anteil der Gesamtkosten ausmachen.
Warum Zypern als Fondsdomizil?
Die Entscheidung für Zypern als Fondsdomizil basiert auf mehreren Faktoren: Erstens die steuerliche Effizienz auf Fondsebene (keine Steuer auf Dividenden und Wertpapiergewinne), zweitens die niedrigeren Betriebskosten im EU-Vergleich, drittens der EU-Pass für den Vertrieb in der gesamten EU, viertens die CySEC als anerkannte Aufsichtsbehörde mit pragmatischem Regulierungsansatz (streng, aber nicht überbürokratisch), und fünftens die strategische Lage zwischen Europa, dem Nahen Osten und Afrika – relevant für Fonds, die in diesen Regionen investieren.
In der Praxis eignet sich Zypern besonders für: Real-Estate-Fonds mit Fokus auf Südosteuropa und den Nahen Osten, Venture-Capital-Fonds mit Fokus auf israelische und zyprische Startups, Private-Equity-Fonds mit Portfolio in den EMEA-Märkten, und Hedgefonds mit kleineren bis mittleren AuM, die von den niedrigen Fixkosten profitieren.
Performance und Transparenz
Zyprische Fonds unterliegen strengen Transparenz- und Berichtspflichten. AIFM-verwaltete Fonds müssen halbjährlich an die CySEC berichten: Investitionsportfolio, Risikoexposition, Liquiditätskennzahlen, Leverage-Nutzung und Anlegerstruktur. Die NAV-Berechnung (Net Asset Value) muss mindestens quartalsweise erfolgen, bei offenen Fonds monatlich. Anleger erhalten einen jährlichen Bericht mit geprüftem Jahresabschluss (IFRS-konform), Performancebericht und Risikobewertung.
Die CySEC hat in den letzten Jahren ihre Aufsichtstätigkeit intensiviert: On-Site-Inspektionen, thematische Überprüfungen (z.B. Bewertungspraktiken, Risikomanagement, Compliance-Qualität) und Sanktionen bei Verstößen. Die Strafgelder sind gestiegen – die höchste Einzelstrafe gegen einen Fondsmanager auf Zypern betrug bisher 500.000 Euro. Für Anleger bedeutet diese verschärfte Aufsicht mehr Sicherheit und Transparenz; für Fondsmanager erhöhte Compliance-Kosten, die aber durch die insgesamt niedrigeren Betriebskosten auf Zypern mehr als kompensiert werden.
Zukunftstrends: Tokenisierung und ESG
Zwei Trends prägen die Zukunft der zyprischen Fondsindustrie: Erstens die Tokenisierung von Fondsanteilen – die Ausgabe von Fondsanteilen als Security Tokens auf einer Blockchain, was den Handel, die Abwicklung und die Anlegerregistrierung automatisiert und die Kosten senkt. Die CySEC hat sich offen gegenüber tokenisierten Fondsstrukturen gezeigt und arbeitet an regulatorischen Leitlinien. Zweitens ESG-Integration (Environmental, Social, Governance) – die SFDR (Sustainable Finance Disclosure Regulation) der EU verpflichtet alle zyprischen Fonds zur Offenlegung von Nachhaltigkeitsrisiken und -auswirkungen. Artikel-8- und Artikel-9-Fonds (mit expliziter ESG-Strategie) werden für institutionelle Anleger zunehmend zur Pflicht und bieten für spezialisierte zyprische Fondsmanager eine Differenzierungsmöglichkeit gegenüber der Konkurrenz.
Steuerliche Behandlung für den Anleger
Die Besteuerung auf Anlegerebene hängt vom Steuerdomizil des Anlegers ab, nicht vom Fondsdomizil. Für deutsche Anleger: Ausschüttungen aus zyprischen Fonds unterliegen der Abgeltungsteuer (26,375 Prozent inkl. Soli), wobei bereits auf Fondsebene in Zypern gezahlte Steuern angerechnet werden können. Seit der Investmentsteuerreform 2018 gilt für viele Fonds die Vorabpauschale (Basiszins × Fondsanteilswert × 70 Prozent), die auch bei thesaurierenden Fonds eine laufende Besteuerung sicherstellt. Für Anleger, die selbst Non-Dom auf Zypern sind: Ausschüttungen aus einem zyprischen Fonds an einen Non-Dom-Gesellschafter sind SDC-frei. Wertzuwächse aus dem Verkauf von Fondsanteilen sind als Wertpapiergewinne steuerfrei.
Für institutionelle Anleger (Pensionsfonds, Versicherungen): Die steuerliche Effizienz auf Fondsebene (keine Quellensteuer, keine Steuer auf Wertpapiergewinne und Dividenden) macht zyprische Fonds besonders attraktiv. Die Doppelbesteuerungsabkommen Zyperns ermöglichen zusätzlich die Reduzierung von Quellensteuern auf Portfolioinvestments in Drittstaaten.
Der RAIF (Registered AIF) benötigt keine CySEC-Vorabgenehmigung und kann in 2–4 Wochen aufgelegt werden – verglichen mit 4–6 Monaten für einen regulären AIF. Der RAIF muss von einem lizenzierten AIFM verwaltet werden, bietet aber identische steuerliche Vorteile. Für Time-to-Market-orientierte Fondsmanager ist der RAIF die erste Wahl.
Häufige Fragen
RAIF: 6–8 Wochen (ohne CySEC-Genehmigung). Regulärer AIF: 3–6 Monate. UCITS: 6–12 Monate, dafür EU-weiter Vertriebspass.
Ein AIF erfordert eine CySEC-Vorabgenehmigung. Ein RAIF benötigt keine CySEC-Genehmigung und kann schneller aufgelegt werden – die Registrierung beim Registrar genügt. Der RAIF muss jedoch von einem lizenzierten AIFM verwaltet werden.